Leitseite Alpha-Group JULIETT
U- 461
Maritim Museum
Betriebsgesellschaft Hohenwarthe mbH
Möserstr. 02
D-39291 Hohenwarthe

Präambel:
Wir haben ein U-Boot der ehemaligen Sowjetischen Kriegsmarine als Museum nach Deutschland geholen. Das Boot liegt im Schiffsexil in Peenemünde fest, wo sich auch das berühmte Raketenmuseum befindet. Die Eröffnung des Museums war am 03.04.1999. Näheres in unserer
Hotline!


Beachte die Grösse der Seeleute auf dem Turm im Vergleich zum Schiff !

Konkret:
Bei unserem Schiff handelt es sich um das Projekt 651. Es wird darüber eine ausführliche Dokumentation mit Unterwasser-Bildern in den Medien und auf Video erstellt, welche genau auf die Geschichte dieses Bootes eingeht. Wir hatten u.a. einen ehemaligen Kommandanten eingeladen, bei der Verschleppung von U-461 nach Deutschland dabei zu sein. Nach der NATO-Klassifizierung ist das Boot in die "Juliett"-Klasse eingestuft. Es handelt sich hierbei um das grösste konventionelle (d.h. diesel-elektrisch und nicht atomar angetriebene) U-Schiff der Welt, welches taktische Raketen (Marschflugkörprer=MFk) an Bord hatte.

Geschichte:
Die Juliett-Klasse ist das diesel-angetriebene Gegenstück zur Echo-Klasse. Anfang der 60er Jahre waren nur zwei sowjetische Werften (Severodvinsk in der Arktis und Komsomolsk am Pazifik) in der Lage, nuklear angetriebene U-Schiffe zu bauen. Die Sowjets fuhren deshalb fort, sich auch weiterhin weitgehend auf andere U-Bootsbauwerften zu stützen, um die Fertigungszahlen mit konventionellen Booten auszugleichen. Überdies fügten sich die Echo- und die Juliett-Klasse in die traditionelle sowjetische Struktur ein, die große, komplizierte Marineeinheiten der «1.Linie» mit kleineren und billigeren Einheiten, die in großen Stückzahlen gefertigt werden können, der «2.Linie» verbindet. Ursprünglich sollten 72 Einheiten der Juliett-Klasse gebaut werden, aber 1962 wurde entschieden, das Programm auf lediglich 16 Boote zu beschränken. Der Dieselantrieb ließ die Juliett Klasse am geeignetsten erscheinen, in der Aufgabe der Flugzeugträger-Bekämpfung nahe dem sowjetischen Territorium eingesetzt zu werden, und bis in die frühen 1980er Jahre hinein gehörten alle 16 Boote zur sowjetischen Nordflotte. Diese Unterseeboote haben jedoch eine so große Seeausdauer, daß sie häufig bei Einsätzen im Mittelmeer zu beobachten waren, wo sie oft zusammen mit anderen Lenkwaffeneinheiten die Träger der amerikanischen 6. Flotte beschatteten; dies gilt auch für den Indischen Ozean.

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Entwurf:
Der Juliett-Entwurf ist von der Foxtrot-Klasse abgeleitet. Trotz der offensichtlichen äußeren Unterschiede, die sich aus den völlig verschiedenartigen Aufgaben der beiden Typen ergeben haben, besitzen sie eine Anzahl Charakteristika gemeinsam. Sie sind ziemlich gleich lang und weisen vermutlich eine ähnliche Innenanordnung auf. Die Juliett-Klasse besitzt jedoch eine viel breitere Außenverkleidung, um vier Startbehälter für die Seezielflugkörper SS-N3A (die Hälfte der auf den U-Schiffen der Echo-ll-Klasse mitgeführten) unterzubringen. Die Startrampen entsprechen jenen der Echo-Klasse und hinter ihnen sind in der Verkleidung des Bootskörpers dieselben Ausbuchtungen vorhanden, um den Strahl des Flugkörper-Ausstoßes abzulenken. Gegenüber der Echo-Klasse ist der Turmaufbau noch länger, da er zusätzlich zu den Sehrohren und den üblichen Antennen für ESM und FM-Verbindungen noch einen Luftansaug- und Abluftmast aufnehmen muss. Sein vorderer Teil mit einer drehbaren Sektion zur Aufnahme des «Front Door/Front Piece»-FK-Leitradars ist jedoch identisch. Die Antriebsanlage mit zwei Dieselmotoren und zwei Wellen ist eine herabgestufte Foxtrot-Anlage. Daraus ergibt sich eine Verringerung der Höchstgeschwindigkeit unter Wasser. Die Standard-53,3-cm-Heckrohre der Foxtrot-Klasse sind durch vier Rohre kleineren Kalibers für U-Jagdtorpedos ersetzt worden.

Bau:
Zwischen 1962 und 1969 wurden auf der Binnenwerft in Gorkij 16 Einheiten fertiggestellt. Auf dieser Werft ist vorher die sowjetische Romeo-Klasse gebaut worden. Soweit bekannt, existieren noch 4 Boote dieses Typs.

Technische Details:

Herkunftsland:
UdSSR, erste Einheit 1962 fertiggestellt

Typ:
Marschflugkörper-Unterseeboot, dieselangetrieben (SSG)

Wasserverdrängung:
3000 ts aufgetaucht, 3750 ts getaucht

Abmessungen:
Länge: 87 m, Breite: 10 m, Tiefgang: 7 m

Antrieb:
Dieselelektrischer Antrieb auf zwei Wellen; zwei Dieselmotoren, zwei E-Motoren;
4000 PS für 12 kn aufgetaucht, 3400 Ps für 8 kn getaucht

Besatzung: 80 Mann

Bewaffnung:
Der Seezielflugkörper SS-N3A «Shaddock» ist etwa 10,2 m lang und wiegt 5400 kg. Er besitzt eine konventionelle aerodynamische Gestalt und wird durch ein Turbostrahltriebwerk mit zwei angehängten Feststoff-Zündstufen angetrieben. Seine Höchstreichweite wird auf 450 km geschätzt, und in der Endphase erfolgt aktive Radarzielansteuerung. Beim Einsatz auf maximale Reichweite ist Zieldatenübermittlung erforderlich. Ein speziell ausgerüstetes Seeaufklärungsflugzeug, die «Bear D», übermittelt sein Radarbild über eine Video Datenverbindung an das abschießende Unterseeboot und die Kurskorrekturen werden dann an den Flugkörper während seines Fluges weitergegeben. Dazu muß das Unterseeboot die gesamte Zeit über aufgetaucht bleiben. Der SS-N-3A besitzt einen konventionellen oder einen nuklearen Gefechtskopf von jeweils etwa 1000 kg Gewicht. Die Anordnung der Torpedorohre ist mit jener der Echo-Klasse identisch, wobei die normalen sechs 53,3-cm-Bugrohre Torpedos gegen Überwasserschiffe und die vier 40-cm-Heckrohre U-Jagdtorpedos aufnehmen.

 

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Die Juliett-Klasse ist das dieselangetriebene Gegenstück der Echo-ll-Klasse.
Vier Flugkörper SS-N-3 werden in 4 aufrichtbaren Startbehältern mitgeführt,
die in gleicher Höhe mit der breiten Oberdecksverkleidung untergebracht sind.

Elektronik:
Die Juliett-Klasse führt dasselbe «Feniks»-Passivsonar im Bug wie die Echo-Klasse, und die ersten Boote besitzen auch dasselbe kleine Aktiv-E-Meßsonar oberhalb des Bugs mit dem auf gesetzten Unterwassertelefon. Spätere Einheiten haben ein größeres Aktivsonar mit einem 1 m großen Rundum-«Fenster». Die Ausrüstung der Sensormasten ist mit der der Echo-Klasse identisch, darunter auch das »Snoop Siab» Luftraumüberwachungsradar, eingesetzt zur Ortung gegnerischer Flugzeuge, während das Unterseeboot seine langwierigen Vorbereitungen für den FK-Abschuß durchführt.
Der HF-Fernmeldemast ist jedoch in die erhöhte Sektion des Turmes einbezogen, die den Dieselabgasaustritt enthält, während die HF-Antenne bei der Echo-Klasse an der Spitze eines markanten Klappmastes angebracht ist, der in eine Aussparung in der Decksverkleidung beigeklappt werden kann. Ein paar Einheiten der Juliett-Klasse sind vor kurzem mit Ausbuchtungen am Rundungsübergang beiderseits des Turms ausgestattet worden; sie sind mit jenen auf den Einheiten der Echo-Klasse identisch, die für den Abschuß des SS-N-12-Flugkörpers umgebaut wurden, und gehören vermutlich zur FM-Ausrüstung. Allerdings gibt es noch keine Anzeichen dafür, daß das SS-N-12-Modernisierungsprogramm auf die Juliett-Klasse erweitert worden ist.

 

  Quelle: Verlag Stocker-Schmid: "Moderne Unterseeboote"; "Unterseeboote"

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